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Schlafen Sie gut!

Datum:Montag, 20. November 2017
Standort:Bezirksklinikum Obermain
Fachbereich:Erkrankungen der Atmungsorgane, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin
Rubrik:Ausbildung

Jeder dritte Deutsche schläft schlecht, ein Viertel der Deutschen schläft zu wenig – zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Techniker-Krankenkasse. Gründe sind zum Beispiel unregelmäßige Arbeitszeiten oder Schichtdienst. Wer nicht ausreichend schläft, wird krank und gefährdet nicht nur seine eigene Gesundheit, wenn Unfallrisiko und Fehlerquote im Job steigen. Wie viel Schlaf man tatsächlich benötigt, sei individuell verschieden, generell bräuchten Frauen auch mehr Schlaf als Männer, sagt Dr. med Saleh Al Hamoud, Chefarzt des Bezirksklinikums Obermain. Er empfiehlt Erwachsenen, täglich sechs bis sieben Stunden zu schlafen.

Warum schlafen immer mehr Menschen schlecht?

Al Hamoud: Einer der Hauptgründe von Schlaflosigkeit sind technische Geräte. Viele Menschen haben ihre Handys und Tabletts während der Nacht neben ihrem Bett liegen. Das Gehirn wird somit durchgehend gereizt und kann nicht zur Ruhe kommen.  Zudem sind Bewegungsmangel, regelmäßiger Alkoholkonsum, Rauchen, familiärer oder beruflicher Stress die Ursachen für einen schlechten Schlaf.

Aber das Gehirn wird doch auch beansprucht, wenn ich beispielsweise im Bett noch ein Buch lese....

Al Hamoud: Ein Buch zu lesen reizt das Gehirn auf eine positive Art. Das ist bei den heutigen Social Media Netzwerken anders. Durch ständiges Onlinesein  kann der Mensch nicht zur Ruhe kommen. Hier habe ich eine Empfehlung: Eine Stunde vor dem Schlafen offline gehen!

Warum ist Schlaf wichtig?

Al Hamoud: Wie jede Maschine braucht auch das Gehirn Ruhe um neue Energie zu tanken. Im Schlaf speichert das Gehirn Erlerntes. Wenn jemand schlecht schläft sinken Geschwindigkeit, Genauigkeit und Konzentration.

Was muss bei einer Schlafstörung abgeklärt werden?

Al Hamoud: Es muss abgeklärt werden, ob eine organische, neurologische oder auch psychische Störung vorliegt.  Im Vordergrund stehen hier jedoch Atemaussetzer während des Schlafes. Liegen diese vor, kann der Mensch den Tiefschlaf nicht erreichen und ist somit nie ausgeschlafen. Wenn sich eine Schlafstörung länger als sechs bis acht Wochen hinzieht, sollten diese Dinge dringend abgeklärt werden.

Was kann ich tun, um den Schlaf zu verbessern?

Al Hamoud: Die Schlafhygiene ist Nummer Eins, um den Schlaf zu verbessern. Fragen Sie sich erst einmal wie Sie schlafen. Gehen Sie um 22 Uhr ins Bett oder erst um 3 Uhr früh? Schlafen Sie schon beim Fernsehen auf dem Sofa ein?

Folgende Erstmaßnahmen sollten durchgeführt werden: Verbannen Sie das Fernsehgerät aus dem Schlafzimmer. Machen Sie nicht zu spät Sport. Probieren Sie zum Beispiel autogenes Training. Verzichten Sie auf Alkohol  sowie abends auch auf Kaffee. Manches kann man natürlich nur schwer ändern, wie zum Beispiel Schichtarbeit. Die ist leider ein häufiger Grund für einen Arbeitsplatzwechsel.

Sind Schlaftabletten eine Lösung?

Al Hamoud: Auf keinen Fall! In Deutschland werden unglaublich viele Schlafmittel verschrieben, etwa 1,2 Millionen Deutsche nehmen regelmäßig Schlafmittel. Diese machen sehr schnell abhängig und lösen nicht die Ursache. Zudem können sie Schlafstörungen teilweise sogar noch verschlechtern. Länger als vier bis maximal sechs Wochen sollte man auf keinen Fall Schlaftabletten einnehmen. Wir empfehlen auf Schlafhygiene zu achten, wenn sich keine Besserung zeigt, sollte man zu einem Schlafmediziner.

Was passiert im Schlaflabor?

Al Hamoud: Im Schlaflabor werden Hirnströme, Luftströme, die Lage des Körpers sowie die Herzfrequenz aufgezeichnet. Aufgrund dieser Ergebnisse kann der Arzt die Schlafqualität beurteilen, die eventuell vorliegende Schlafstörung erkennen und entsprechend behandeln.

Info: Das Schlaflabor in Kutzenberg ist unter der Telefonnummer 09547/812440 zu erreichen.

Wer seinen Schlaf im Schlaflabor untersuchen lassen will, braucht hierfür eine stationäre Einweisung. Vorab muss ein sogenanntes ambulantes Apnoescreening erfolgen (bei einem Lungen- oder HNO-Arzt). Bei Auffälligkeiten wird eine Untersuchung im Schlaflabor erfolgen.

Mehr über den Chefarzt der Lungenfachklinik erfahren Sie hier.

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