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Steffen Wehrle ist Pflegedienstleiter am Bezirksklinikum Obermain.
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Steffen Wehrle ist Pflegedienstleiter am Bezirksklinikum Obermain.

Mit Beginn der Corona-Pandemie steht die Pflege im Fokus der Öffentlichkeit und hat ein Attribut bekommen, über das vorher niemand nachgedacht hat: systemrelevant. Doch wie kann man Menschen motivieren, in der Pflege zu arbeiten? Was ist zu tun, um das System Pflege am Laufen halten zu können? Am Bezirksklinikum Obermain hat man gute Wege gefunden, erklärt Pflegedienstleiter Steffen Wehrle.

Eineinhalb Jahre Corona – überall liest und hört man, dass die Pflege am Ende ihrer Kräfte ist. Wie sieht die Situation am Bezirksklinikum Obermain aus?
Steffen Wehrle:
Wir merken auch, dass die Pandemie unsere Pflegekräfte erschöpft hat – vor allem im Bereich der Lungenklinik oder der Intensivpflege. Wir haben langjährige, verdiente Mitarbeiter, die bitten, entlastet zu werden. Solchen Wünschen kommen wir natürlich gerne nach. Wir haben mit den betroffenen Pflegekräften ganz individuelle Vereinbarungen getroffen, zum Beispiel über die Versetzung auf eine andere Station, Arbeitszeitreduzierung oder Gewährung von Sonderurlauben. Das geht nicht immer sofort. Aber wenn die Pflegekräfte wissen, dass wir uns kümmern, hilft das auch schon.

Solchen Wünschen kann tatsächlich entsprochen werden?
Steffen Wehrle:
Wenn wir andernfalls das Risiko eingehen, verdiente Mitarbeiter zu verlieren, dann tun wir das gerne. Wir haben ja auch die Möglichkeit, Pflegekräfte aus der Somatik im psychiatrischen Bereich unterzubringen – über ein Trainee-Programm werden sie auf dieses andere Einsatzgebiet vorbereitet. Vier Monate lang können sie auf vier Stationen ausprobieren, ob ein psychiatrischer Pflegeeinsatz das Richtige für sie ist. So bauen wir Berührungsängste bei Pflegekräften ab, die aus der Somatik kommen.

Ist es schwer, für die Pflege Nachwuchs zu bekommen? 
Steffen Wehrle:
Bei uns eigentlich nicht. Insgesamt hat sich aber die Einstellung der Jugend zur Arbeit etwas geändert, die jungen Leute denken anders, als wir damals. Sie sind sehr freizeitorientiert – das kann einem gefallen oder nicht, aber man muss dem Rechnung tragen, wenn man um Nachwuchs wirbt. Das geht, wenn man die Rahmenbedingungen ändert. Zum Beispiel, indem man eine Fünf-Tage-Woche einführt, oder Nachtdienste auf acht Stunden reduziert werden. Die dadurch verlängerten Tagschichten geben den Mitarbeitern dann auch mehr Zeit, ihre Arbeit auf Station zu erledigen und lassen auch Patienten mehr Raum für die Tagesstruktur. Auch Fort- und Weiterbildung ist jungen Kräften sehr wichtig. Hier bieten wir mit unserer GeBO-Akademie viele Möglichkeiten an. Und es hat sich bewährt, wenn man mit den jungen Pflegekräften deren berufliches Fortkommen plant, ihnen Anreize zur Weiterbildung bietet. Hier muss man auch als Arbeitgeber offen sein und auf die nachwachsende Generation eingehen. Wir am Bezirksklinikum Obermain tun das – und haben deshalb auch kein Problem mit der Besetzung von Stellen. Auch mit den Pflegeschülern, die bei uns ihre Ausbildung machen, sind wir immer im Gespräch, wo es für sie beruflich hingehen soll, auf welcher Station sie sich sehen…

Dazu kommt ja auch, dass gerade in der Psychiatrie gar nicht schlecht bezahlt wird…
Steffen Wehrle:
In der Psychiatrie sind Pflegekräfte grundsätzlich höher eingruppiert, auch steht den Pflegekräften hier mehr Urlaub zur Verfügung. Und, was für Pflegekräfte oft entscheidend ist: In der Psychiatrie hat man noch Zeit für den Patienten.

Gerade werden am Bezirksklinikum Obermain verstärkt Pflegekräfte gesucht. Warum?
Steffen Wehrle:
Ende des Jahres öffnet eine neue TBC-Einheit am Bezirksklinikum für krankheitsuneinsichtige Patienten. Dort entstehen neue Arbeitsplätze. Wir haben bereits Bewerbungen aus den eigenen Reihen, aber zehn Pflegekräfte suchen wir aktuell noch. Was wir brauchen sind qualifizierte, empathische und gut strukturierte Mitarbeiter jeden Alters – ganz egal, ob sie eine dreijährige oder eine einjährige Ausbildung haben. Wichtig ist soziale Kompetenz. Wir brauchen hier keine Heißsporne. Es geht um Beziehungs- und Milieugestaltung. Die Mitarbeiter auf dieser Station werden auch nicht einfach ins kalte Wasser geworfen. Wir bieten Hospitanzen in der Klinik für Forensische Medizin in Bayreuth an und in Parsberg, wo bisher krankheitsuneinsichtige Patienten mit TBC behandelt werden. Für Pflegekräfte, die aus der Somatik kommen, gibt es psychiatrische Schulungen, wer aus der psychiatrischen Pflege kommt und bei uns anfangen will, wird somatisch weitergebildet – schließlich verschmelzen auf dieser Station Aufgaben aus der Lungenheilkunde, also der Somatik, mit solchen aus der Psychiatrie.

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