Mobbing an Schulen kann gravierende Auswirkung auf die psychische Gesundheit von Kindern haben. Je nach  Persönlichkeit des einzelnen Kindes ziehen sich Mobbingopfer zurück, können an Depressionen erkranken oder unter Ängsten leiden, was bis zu Selbstverletzungen oder gar zum Suizid führen kann. Oder aber das Kind beginnt, aggressiv zu werden, richtet seine Wut nach außen. Dr. med. Stephanie Steinmann, leitende Oberärztin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie am Bezirkskrankenhaus Bayreuth verweist auf die gravierenden Folgen, die Mobbing haben kann. Sie sagt aber auch: Nicht jede Kritik an einem Kind ist gleich Mobbing.

Helikoptereltern ist ein Begriff, den Stephanie Steinmann auch nennt, wenn man mit ihr über das Thema Mobbing spricht. Diese Art Eltern eben, die ihr Kind umkreisen und jegliches Ungemach von ihnen abhalten wollen. Genau das, sagt die Ärztin, ist auch nicht hilfreich. „Wir müssen unseren Kindern auch zutrauen, sich altersgemäß mit ihrer Umgebung auseinanderzusetzen." Umgang mit Kritik gehöre hier dazu. Also: „Nicht jede Kritik eines Lehrers und nicht jede schlechte Schulnote ist schon Mobbing."

Wann also spricht man von Mobbing?

Das Kind wird in diffamierender Weise gehänselt, beschimpft, ausgelacht, eingeschüchtert, bedroht, herumkommandiertDas Kind wird geschubst, geschlagenDem Kind werden Bücher, Geld oder Kleidungsstücke weggenommenDas Kind ist oft ausgeschlossenDas Kind hat Mühe vor der Klasse zu sprechen und macht einen ängstlichen Eindruck, es scheint hilflos und den Tränen nahe.

Die Folgen von Mobbing können vielfältig sein. Die schon genannten Symptome wie Aggressionen, Ängste, Depressionen und Selbstwertprobleme  oder auch, dass Kinder sich weigern in die Schule zu gehen, Häufig kommt es auch zu somatischen Beschwerden. Das heißt, das Kind klagt über Kopf- oder Bauchschmerzen, es sind aber keine organischen Ursachen zu finden.

Jeder kann Opfer von Mobbing werden. Es geht darum, ein Klima zu schaffen, in dem Mobbing gar nicht erst auftritt. In vielen Schulen laufen bereits Präventionsmaßnahmen. Den Kindern werde dabei vermittelt, dass man sicher nicht jeden mögen muss, dass aber niemand gemobbt werden dürfe, nur weil man ihn nicht mag.

Wie kann man einem Kind helfen, das unter Mobbing leidet?

  • Erste Ansprechpartner sollten Eltern, Lehrer und Vertrauenspersonen des Kindes sein
  • Schenken Sie dem Kind Glauben
  • Unakzeptables Verhalten muss klar benannt werden und Folgen haben – in einer Klasse, Gruppe oder Schule sollen Regeln dafür aufgestellt werden
  • Legen Sie in einer Gruppe bewusst Wert auf Rituale, die Freundlichkeit und Zuneigung fördern
  • Unterscheiden Sie zwischen „Petzen" und „Berichten". Viele Kinder wollen nicht, dass ihre Freunde Schwierigkeiten bekommen, erst recht nicht, wenn der Täter in der Gruppe beliebt ist
  • Wenn das Kind schon unter psychischen oder körperlichen Folgen von Mobbing leidet, sollte man sich nicht scheuen fachliche Hilfe anzunehmen. Erster Ansprechpartner ist häufig der Kinderarzt, der dann auch weiterführende Hilfen vermitteln kann.

Kontakt:
Knder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
am Bezirkskrankenhaus Bayreuth
Nordring 2
95445 Bayreuth
Tel. 0921/283-5600
Fax: 0921/283-7002
www.bezirkskrankenhaus-bayreuth.de

Uli Sommerer Psychiatrie

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