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Leitender Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Thomas Kallert verabschiedet sich in den Ruhestand

Knappe zehn Jahre prägte er die Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken: Prof. Dr. Thomas W. Kallert begann am 1. Januar 2017 als Leitender Ärztlicher Direktor und hatte seitdem den Hut auf. Für die GeBO, für die Ärzte im Unternehmen, für die Patienten. Jetzt nimmt er denselben – geht aber nicht mit den üblichen Verabschiedungsritualen. Er verabschiedet sich mit dem, was seine gesamte Berufslaufbahn geprägt hat – mit der Wissenschaft. Er lud die Wegbegleiter seines Berufslebens zu einem wissenschaftlichen Nachmittag mit hochkarätigen Referenten, die über psychiatrische Themen sprachen.

Bereits als junger Arzt arbeitete Kallert am Bezirkskrankenhaus Bayreuth. Jahre später kehrte er als erfahrener Mediziner in der Funktion des Ärztlichen Direktors zu den Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken zurück. „Über viele Jahre hat er gezeigt, dass eine Klinik nicht davon lebt, dass man am Bewährten festhält, sondern davon, dass man neugierig bleibt, Fragen stellt und neue Wege ausprobiert“, sagte Bezirkstagspräsident Henry Schramm, der auch im Namen von GeBO-Vorständin Eva Gill sprach, bei der Verabschiedung und skizzierte die wichtigsten Punkte seiner beruflichen Laufbahn.

So hat Prof. Dr. Kallert die Präventionsstelle etabliert, ist Mitinitiator des Krisendienstes Oberfranken, hat den Infopoint als Anlaufstelle der Klinik vorangetrieben und die Psychiatrische Institutsambulanz deutlich vergrößert. Er hat drei neue Tageskliniken – darunter die Tagesklinik für Abhängigkeitserkrankungen, die – bayernweit einzigartig! – an jedem Tag im Jahr geöffnet hat – etabliert. 

Er hat das Zentrum für Neurostimulation und Ketaminbehandlung für interne und externe Zuweiser implementiert, hat hochkarätige Symposien in Bayreuth ausgerichtet, Stationen neu konzipiert und ein Ethikkomitee für das Bezirkskrankenhaus Bayreuth ins Leben gerufen. Und erst kürzlich wurde die neue H-Station eingeweiht, Kallerts Herzensprojekt. 

Und noch etwas fällt in seine Zeit als Leitender Ärztlicher Direktor – eine Pandemie. Das Corona-Virus hat die Welt auf den Kopf gestellt und das Gesundheitswesen war direkt im Feuer. Er hat bewiesen, wie schusssicher er auch in solchen Situationen agieren kann. 

Sein größter Coup, nicht nur für die GeBO, sondern für ganz Oberfranken, ist, dass er die organisatorischen Voraussetzungen der studentischen Ausbildung der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik als Bestandteil des Medizincampus Oberfranken geschaffen hat. Die Aus- und Weiterbildung von Ärzten liegt ihm am Herzen. Das betonte auch Professor Jürgen Schüttler in seinem Grußwort. Er sprach im Namen der Friedrich-Alexander-Universität Kallert seinen Dank für sein unermüdliches Wirken für die Mediziner-Ausbildung aus und lobte die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Kallert, dem Bezirkskrankenhaus und dem Medizincampus. „Sie blicken nicht nur auf das zurück, was Sie geschafft haben“, richtete Schüttler seinen Dank an Kallert, „Sie haben immer auch Sorge getragen, wie es künftig mit der Psychiatrie weiter gehen wird.“ 

Mit einem wissenschaftlichen Nachmittag für Kollegen, Mitarbeiter und Weggefährten verabschiedete sich Prof. Dr. Kallert nun in den Ruhestand, dankte am Ende allen, die ihn auf seiner beruflichen Laufbahn begleitet haben. Viele GeBO-Mitarbeiter waren gekommen, um sich noch persönlich von ihm zu verabschieden – am Schluss sogar mit einem gemeinsam gesungenen Ständchen.