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Leckeres für die Psyche

Essen ist mehr als satt werden. Lebensmittel machen gute Laune, sie bringen Menschen zusammen, sie halten den Körper gesund. Zum Tag der gesunden Ernährung – den gibt es in Deutschland seit 1998 - wollen wir wissen, was macht Essen auch mit der psychischen Gesundheit. Antwort liefern Loretta Posa, Lisa Herzing und Francesca Rasch. Die drei sind Diätassistentinnen am Bezirkskrankenhaus Bayreuth.

 

 

Gibt es Nährstoffe, die besonders wichtig für das Gehirn und die Stimmung sind?
Generell wirkt sich eine ausgewogene Ernährung positiv auf die mentale Gesundheit aus. Besonders hervorzuheben sind: 

Omega-3-Fettsäuren: Nüsse, fetter Seefisch, Leinöl; verbessert die Kommunikation zwischen den Nervenzellen, entzündungshemmend 

B-Vitamine: Hülsenfrüchte, Eier, Vollkornprodukte; Bei Mangel oft Müdigkeit, Gedächtnisprobleme, Verwirrtheit und gegebenenfalls depressive Verstimmung 

Magnesium: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, magnesiumreiches Wasser, Kerne und Samen; bei Mangel oft Schlafstörungen, Angstzustände, erhöhter Stress 

Vitamin D: wird mit einer geringeren Anfälligkeit für Depressionen in Verbindung gebracht 

Zink: Käse, Milch, Eier, Fleisch sowie Fisch; beugen Aufmerksamkeitsdefiziten, Depressionen, Infekten vor

 

Wie wirkt sich Zucker auf die Psyche aus?
Kurzfristig wird durch Zucker zwar das Belohnungszentrum aktiviert und Dopamin freigesetzt, doch langfristig führt übermäßiger Zuckerkonsum zu Blutzuckerschwankungen die wiederum die Stimmung und die Energie negativ beeinflussen können – man fühlt sich müde und gereizt. Ebenso wird die Darmflora negativ beeinflusst und Wachstum von schlechten Bakterien gefördert und von guten Bakterien gemindert. Ein unausgeglichener Darm wird zunehmend mit Depressionen und Angstzuständen in Verbindung gebracht.

 

Gibt es Stimmungs-Booster unter den Lebensmitteln?

Die gibt es tatsächlich. Gut sind hier Probiotika. Die findet man in Sauerkraut, fermentierten Lebensmitteln und Joghurt. Sie sind wichtig für eine gute Darmgesundheit, um die Produktion von Glückshormonen wie Serotonin zu begünstigen. Auch tryptophanhaltige Lebensmittel bessern die Laune. Dazu gehören Bananen, Hähnchenbrust, Thunfisch, Parmesan, dunkle Schokolade. Diese Lebensmittel verbessern die Schlafqualität.

 

Welche Ernährungsgewohnheiten können Depressionen oder Angstzustände verschlechtern?

Mahlzeiten auslassen ist ganz schlecht. Aber auch, wer überwiegend Fast Food und zuckerhaltige Lebensmittel konsumiert, wer am Abend zu viel isst oder Heisshungerattacken provoziert, weil er tagsüber zu wenig gegessen hat, tut sich nichts Gutes. 

 

Was raten Sie Menschen, die wenig Energie zum Kochen haben, weil sie zum Beispiel an einer Depression erkrankt sind?

Hier hilft es, sich feste Zeiten zum Kochen vorzunehmen, auf schnelle und einfache Gerichte zu setzen. Wer Tiefkühlgemüse verwendet, kann sich das Kochen erleichtern. Oft hilft es auch, mit vertrauten Personen zusammen zu kochen oder, das ist ja gerade Trend, auf Meal Prep, also das Vorkochen, zu setzen. Wer Essen bestellt, sollte gesunde Gerichte auswählen. 

 

Wie wichtig sind regelmäßige Mahlzeiten für die Psyche?

Regelmäßige Mahlzeiten sind sinnvoll, um Blutzuckerspitzen oder Unterzuckerung zu vermeiden. Beides kann zu Schwächegefühlen oder zu Stimmungsschwankungen führen. Heißhunger auf Süßes setzt ein, man kann gereizter reagieren, als man es normalerweise tut. Durch regelmäßige Mahlzeiten wird die Konzentrationsfähigkeit gestärkt, da das Gehirn konstant mit Nährstoffen versorgt wird. Wem regelmäßige und gesunde Mahlzeiten schwer fallen, kann mit Wochen- oder Tagesplanern für Struktur sorgen. Nehmen Sie sich beispielsweise vor, jeden Mittag einen kleinen Salat zu essen. Das ist schon ein erster Schritt in die richtige Richtung.