Wenn eine Klinik 50 Jahre alt wird, dann gibt es viel zu erzählen. Im Fall der Bezirksklinik Hochstadt fängt das schon bei der Historie an.
Das Gebäude war im 17. Jahrhundert Amtshaus der Zisterzienser. Später Wirtshaus und Kreiskrankenhaus. Seit dem ersten Februar 1976 jetzt also Suchtklinik. Ein halbes Jahrhundert gelebte Expertise in der Suchtmedizin. Zu Beginn des Klinikbetriebes musste das Personal noch kreativ sein. Mit sieben Schaufeln (der ersten Investition nach der Eröffnung) wurde die Arbeitstherapie nach draußen verlegt, um überschwemmte Teile des Klinikgeländes trockenzulegen. Heute gibt es vor Ort ein eigenes Gewächshaus, eine Schreinerei, die Möglichkeit, Beachvolleyball zu spielen oder Bogen zu schießen. Mit einem Bogen, den die Patienten vorher als Teil der Therapie selbst gebaut haben.
Menschen wieder kompetent für den Alltag zu machen, ihnen nützliche Aufgaben zu geben und sie gleichzeitig von ihren Abhängigkeiten zu entwöhnen – diesen Herausforderungen stellt sich das Personal in Hochstadt Tag für Tag. Doch die Klinik ist weit mehr. Sie ist ein denkmalgeschütztes Gebäude mit Störchen auf dem Dach und Fledermäusen darunter. Die Klinik ist Bestandteil der Gemeinde. Bewohnerinnen und Bewohner nutzen beispielsweise den Weg über das Areal als Abkürzung zur Katzogelhalle. Es gibt Patienten, die beim FC Hochstadt Fußball spielen oder im Dorfladen einkaufen.
Die Klinik verfügt heute über 75 vollstationäre Rehabetten. 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen dabei täglich die therapeutische und medizinische Versorgung sicher. Durchschnittlich drei Monate bleiben die Patienten vor Ort in Hochstadt und haben dann, im besten Fall, die Chance auf ein neues Leben.

