Der Bundesgesetzgeber versprach sich davon, die Qualität der medizinischen Versorgung insgesamt zu verbessern. Inwiefern einzelne Klinikstandorte von den Auswirkungen der Reform erfasst werden, hängt von einer Vielzahl von Kennziffern ab, etwa die Anzahl der behandelten Fälle, Belegungszahlen oder auch die Ausstattung mit medizinischem Fachpersonal.
Das Bezirksklinikum Obermain erfüllt diese Kriterien des Bundesgesetzgebers für die Fachrichtungen Rheumatologie und Pneumologie, trotz allen Engagements des Personals, der langjährigen Geschichte des Standorts sowie des bereits hohen Spezialisierungsgrads, leider nicht umfänglich. Zudem musste das Bezirksklinikum in diesem Bereich kürzlich den Verlust von hochqualifiziertem ärztlichem Personal hinnehmen, was die Gesamtsituation nicht verbesserte.
Unter Berücksichtigung all dieser Entwicklungen ist man zu dem Entschluss gelangt, den Betrieb der beiden klinischen Fachbereiche Pneumologie und Rheumatologie nicht über den 30. Juni 2026 hinaus fortführen zu können.
Die strukturellen Veränderungen am Standort Kutzenberg sind zugleich eine Chance, das Profil des Bezirksklinikums Obermain weiter zu schärfen. Künftig wird der Standort noch stärker auf die psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung ausgerichtet. Ziel ist es, die bestehenden Angebote auszubauen und den wachsenden Bedarf an moderner psychiatrischer Behandlung in der Region langfristig zu sichern.
„Mit der stärkeren Ausrichtung auf die Psychiatrie entwickeln wir den Standort Kutzenberg konsequent weiter“, erklärt Eva Gill, Vorständin der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (GeBO). „Die Nachfrage nach psychiatrischer und psychotherapeutischer Versorgung steigt seit Jahren deutlich. Indem wir unsere Kräfte hier bündeln, stärken wir die Versorgung in Oberfranken nachhaltig und geben dem Bezirksklinikum Obermain eine klare Zukunftsperspektive.“
Bezirkstagspräsident Henry Schramm versichert in seiner Funktion als Vorsitzender des Verwaltungsrats der GeBO: „Mir war es besonders wichtig, dass frühzeitig Maßnahmen ergriffen wurden, um die Arbeitsplätze umfassend zu sichern, den Standort Kutzenberg zu stärken und unserem hochqualifizierten Personal Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Mitarbeitenden sowie der Personalrat sind von Anfang an, und werden auch zukünftig, regelmäßig und transparent über die weiteren Schritte informiert und in den Veränderungsprozess eingebunden“, so Schramm.
Wichtig für die Patienten: Der Geschäftsbetrieb des Medizinischen Versorgungszentrums am Bezirksklinikum Obermain mit den Fachrichtungen Rheumatologie und Pneumologie ist von der Schließung nicht betroffen.

