„Es ist wie bei einem Spitzensportler. Das Leistungsniveau muss stimmen. Die individuelle Performance aber auch.“ Mit diesem ungewöhnlichen Vergleich beantwortet Prof. Jakob Spahn die Frage nach der Wertigkeit von perfektem Nachspielen und eigener Interpretation. Die Frage nach dem Leistungsniveau seines aktuellen Meisterkurses für Violoncello ist hinfällig. Wer es in den dreitägigen „Klassik-Workshop“ schafft, ist jung, talentiert und auf einem guten Weg hinein in die Cello-Elite. In diesem Jahr ist der jüngste Teilnehmer, Bruno Schumacher, 15. Mit 19 zählt Mila-Marha Prokopiev zu den älteren Teilnehmerinnen. Sie studiert bereits Musik in München. Ihr Ziel? „In einem Symphonieorchester zu spielen“.
An diesem Abend steht der Auftritt im Festsaal des Bezirksklinikums Obermain auf dem Programm. Das Abschlusskonzert. Gespielt werden Werke von Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn oder Camille Saint-Saëns Die ausgewählten Stücke sind teilweise bedächtig und ruhig, teilweise dynamisch und experimentell. Die Atmosphäre vor Ort zieht Kursteilnehmer und Zuhörer gleichermaßen in ihren Bann. Sie genießen ihren Auftritt im historischen Festsaal. Prof. Jakob Spahn sitzt während der Auftritte auf einem einzelnen Stuhl, hinter der letzten Reihe. Hochkonzentriert beobachtet er seine Schülerinnen und Schüler und wirkt nach jedem Stück nicht nur wie ein zufriedener Lehrer, sondern beinahe wie ein stolzer Vater. „Der Kurs hat wunderbar harmoniert. Die Energie war absolut positiv.“
Das Hauptquartier von Haus Marteau auf Reisen ist die namensgebende Musikbegegnungsstätte in Lichtenberg. Dort wird es 2027 einen weiteren Meisterkurs geben. Für junge Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, klassische Werke perfekt zu spielen, ohne ihre Individualität dabei zu verlieren.

