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Was die frontotemporale Demenz von anderen Demenzformen unterscheidet

Wenn ein Familienangehöriger plötzlich so ganz anders ist, wenn die Sprache unklar wird, Worte fehlen, dann kann es sich um eine Form der Demenz handeln, die auch schon in jüngeren Jahren auftritt. Das Krankheitsbild der frontotemporalen Demenz (FTD) stand im Mittelpunkt eines Vortrags, der im Rahmen der bayerischen Demenzwoche am Bezirkskrankenhaus Bayreuth stattfand.

Die frontotemporale Demenz (FTD) ist eine Form der Demenz, bei der vor allem die Stirn- und Schläfenlappen des Gehirns betroffen sind. Im Gegensatz zur Alzheimer-Demenz treten Gedächtnisprobleme zu Beginn häufig weniger stark in den Vordergrund. Typisch sind stattdessen Veränderungen der Persönlichkeit, des Verhaltens und der Sprache, machten Dr. Christian Mauerer, Leiter der Gerontopsychiatrie am Bezirkskrankenhaus Bayreuth, und Ute Hopperdiezel von der Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfanken deutlich.

Typische Frühwarnzeichen sind vor allem auffällige Veränderungen im Verhalten und in der Persönlichkeit. Betroffene können beispielsweise plötzlich enthemmt, taktlos oder impulsiv werden und soziale Regeln weniger beachten. Andere wirken zunehmend gleichgültig, antriebslos oder emotional unbeteiligt. Auch ein ungewöhnlich starkes Bedürfnis nach bestimmten Speisen, veränderte Essgewohnheiten oder ein zwanghaftes, sich wiederholendes Verhalten können frühe Hinweise sein. Häufig fehlt den Betroffenen selbst die Einsicht in diese Veränderungen. Bei einer sprachbetonten Form können bereits früh Wortfindungsstörungen, Schwierigkeiten beim Verstehen von Begriffen oder Probleme beim Formulieren von Sätzen auftreten. Auch ein zunehmender Verlust des Sprachvermögens kann ein Warnzeichen sein.

Vor allem für die Angehörigen von Patienten sei dies schwierig, „sie müssen Hilflosigkeit aushalten“, sagte Mauerer. Das ist bei der frontotemporalen Demenz noch einmal besonders schwer – betreffe sie doch Menschen in noch relativ jungen Jahren, die noch im Beruf stehen und möglicherweise noch kleine Kinder haben. 

Zu den weiteren möglichen Frühwarnzeichen gehören ungewöhnliche Entscheidungen, eine Vernachlässigung persönlicher oder beruflicher Pflichten, eine deutliche Veränderung des sozialen Verhaltens sowie ein Verlust von Empathie. Das Gedächtnis kann anfangs noch relativ gut erhalten sein. Die besonderen Merkmale der FTD liegen somit vor allem in frühen Veränderungen von Persönlichkeit, Sozialverhalten, Antrieb, Essverhalten und Sprache. Diese unterscheiden sie von anderen Demenzformen, bei denen häufig zunächst Gedächtnis- und Orientierungsprobleme im Vordergrund stehen.

Keine Form der Demenz ist bislang heilbar. „Wir zahlen einen hohen Preis fürs Älterwerden-Wollen“, so Mauerer. Denn je älter die Menschheit werde, um so höher die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken.