Akten, Malsachen, Medikamente, Kleidung, Kuscheltiere, Computer – alles hat seinen neuen Platz im Neubau der H-Station am Bezirkskrankenhaus Bayreuth. Vor allem aber die Patienten haben ihre nigelnagelneuen Zimmer bezogen. Der Umzug der gesamten Station ist vollzogen. „Und hat größtenteils reibungslos geklappt“, sagt Stationsleiter Martin Ohnesorge. Man hört die große Erleichterung in seiner Stimme.
Innerhalb von 20 Minuten konnten die Patienten in den benachbarten Neubau wechseln. Ohne größere Probleme. Für die besondere Patientengruppe mit geistiger Behinderung in Kombination mit einer psychiatrischen Erkrankung keine Selbstverständlichkeit. „Wir waren mit ihnen zwar vorab schon mal im neuen Gebäude, um uns alles anzuschauen. Aber was es dann bedeutet, dorthin umzuziehen, ist für die meisten unserer Patienten nicht greifbar“, erklärt Ohnesorge. Umso schöner nun die geglückte Verpflanzung nach nebenan.
Eine große Truppe half beim Kisten packen, schleppen und allem, was zu tun war. „Wir hatten unser eigenes Stationsteam und noch einige Kollegen anderer Bereiche. Das war optimal“, sagt Ohnesorge. Wie es ihm gefällt? „Schon ganz schön hier. Noch ungewohnt und aufregend, aber das wird schon“, sagt der Stationsleiter.
14,8 Millionen Euro hat der Bezirk in die Hand genommen für den neuen Lebensraum. Das zweigeschossige, im Hang eingebettete Gebäude mit Flachdach ist hell und freundlich, es gibt nur noch Einzel- und Zweibettzimmer. Zwei Gärten geben die Möglichkeit zum Aufenthalt im Freien. Besonders die lichtdurchfluteten Innenhöfe schätzt Martin Ohnesorge sehr.
Da die Betreuung dieser Patientengruppe auch für das Personal sehr herausfordernd ist, wurde beim Neubau auch ein besonderes Augenmerk auf die Bedürfnisse des Personals gelegt. Der Neubau bündelt alle Funktionsbereiche in einem Gebäude, Größe und Anzahl der Räumlichkeiten sind auf die Patientinnen und Patienten, die einen besonderen Betreuungsbedarf haben, abgestimmt. „Wir möchten unserem Personal, das hier auf den Stationen tagtäglich hervorragende Arbeit leistet auch gute Bedingungen bieten“, betont Bezirkstagspräsident Henry Schramm.
20 vollstationäre und acht tagesklinische Plätze bietet der psychiatrisch-heilpädagogische Bereich der Klinik. Es ist die einzige derartige Einrichtung in Nordbayern. Aus baulicher Sicht hat die Errichtung des Neubaus gut geklappt: alles im Kosten- und Zeitplan. „2024 war der Spatenstich. Zwei Jahre Bauzeit waren veranschlagt“, sagt Udo Bär vom Baureferat des Bezirks. Er lobt die sehr gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der technischen Abteilung des Bezirkskrankenhauses. „Da arbeiteten alle Hand in Hand.“
Auch die Vorständin der GeBO Eva Gill und Standortleiter des Bezirkskrankenhauses Sebastian Ditschek freuen sich über den geglückten Umzug und danken allen Beteiligten für die tatkräftige Mithilfe.


