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Tagesklinik entlastet Familien

Datum:Mittwoch, 06. Juni 2018
Standort:Tagesklinik für Kinder und Jugendliche in Hof
Fachbereich:Kinder- und Jugendpsychiatrie
Rubrik:Psychiatrie

Als Max fünf Jahre alt war, kam seiner Mutter der Gedanke, dass irgendetwas mit ihm nicht normal sein könnte. Max schlitterte von einem Missgeschick ins nächste. Er war unaufmerksam und ungeschickt, rannte andauernd gegen irgendetwas. Wenn die Mutter den Verdacht äußerte, irgendetwas sei komisch mit Max, wiegelte die Familie ab. Max sei ein Junge, Jungs seien eben etwas wilder, Jungs rennen schon einmal etwas um. Doch Max' Mutter ließ nicht locker. Von einer Erzieherin im Kindergarten kam dann der entscheidende Tipp. Ein Tipp der das Leben von Max' Familie änderte. Der Tipp: Gehen Sie doch einmal zur Ambulanz und Tagesklinik für Kinder und Jugendliche nach Hof.

Anlaufstelle für junge Patienten

Die Ambulanz und Tagesklinik für Kinder und Jugendliche der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (GeBO) in Hof ist Anlaufstelle für junge Patienten mit allen möglichen Formen psychiatrischer und psychosomatischer Erkrankungen. Max soll psychisch krank sein? Seine Mutter wollte zunächst nicht, dass Max psychiatrisch behandelt  wird. Denn welche Mutter will ihrem Kind schon den Stempel einer psychischen Krankheit aufdrücken? Doch als sie ihre Bedenken beiseite schob, sich an die Hofer Ambulanz wandte, wusste sie sofort: Hier sind wir richtig. „Für mich stand an erster Stelle, dass man uns weiterhilft", erzählt sie rückblickend. Das erste Gespräch sei gut verlaufen, die Familie fühlte sich an der Hand genommen. Sie fühlte sich in Sicherheit.

Viele Möglichkeiten der Therapie

In vielen Fällen sind ambulante kinder- und jugendpsychiatrische und -psychotherapeutische Behandlungen gut wirksam, sagt Dr. med. Stephanie Steinmann, stellvertretende Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie der GeBO. In der Tagesklinik besteht  die Möglichkeit unterschiedliche therapeutische Angebote wie zum Beispiel Psychotherapie,  Ergotherapie, Entspannungsverfahren, Soziales Kompetenztraining,  Gruppentherapien, Psychopharmakotherapie, aber auch erlebnispädagogische Angebote  zu integrieren. Der Alltag in der Tagesklinik wird zum Trainingsfeld für die jungen Patienten. Hier können sie unmittelbar umsetzen, was sie in der Therapie gelernt haben. Sie können neue Erfahrungen sammeln und ihre Persönlichkeit entwickeln. Da die Kinder und Jugendlichen abends und am Wochenende in ihrem vertrauten Umfeld sind, lernen sie, dass das alles nicht nur im Klinikalltag, sondern eben auch Zuhause funktioniert. „Wichtig bei der Behandlung ist, dass die Eltern eng mit einbezogen werden", sagt Stephanie Steinmann.

Probleme in Angriff nehmen

Bei Max wurde ein Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS) diagnostiziert. Seinen Eltern fiel ein Stein vom Herzen. Endlich hatte man schwarz auf weiß, was mit Max los ist. Und man konnte etwas dagegen tun. Etwas tun, ohne den kompletten Alltag der Familie umkrempeln zu müssen. Und auch Max erlebte, dass es andere Kinder gibt, die ähnliche Probleme wie er haben. Dass er nicht alleine war, in seiner Situation.

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Familienleben positiv verändert

Allein das habe Ruhe ins Familienleben gebracht, so Max' Mutter heute. „Unser ganzes Familienleben hat sich durch die Therapie in der Tagesklinik zum Positiven verändert, wir haben alle aufgeatmet", erzählt sie. Endlich war da eine Anlaufstelle für all die Probleme und Sorgen. Endlich tat sich etwas, endlich nahm auch der Druck von außen ab. Was Max' Mutter besonders gefiel, war, dass die Therapeuten der Tagesklinik ein Gesamtbild des Kindes hatten. Statt das Kind einmal pro Woche eine Stunde zu sehen (wie es bei einer Therapie bei niedergelassenen Ärzten wäre), erlebten die Therapeuten das Kind von früh bis spät. Bekamen seine Launen mit, seine Probleme, aber eben auch seine Stärken. „Und wir bekamen immer Hilfe, es gab immer einen Ansprechpartner."

Was zu tun ist

Wer vermutet, dass sein Kind psychische Probleme haben könnte, kann sich  an seinen Kinderarzt wenden, erklärt Leitende Oberärztin Stephanie Steinmann das Prozedere vor einer Behandlung in der Tagesklinik der GeBO. Der Kinderarzt oder auch niedergelassene Kinder- und Jugendpsychiater oder –psychotherapeuten sind die ersten Ansprechpartner. Familien können sich auch direkt an die Kinder- und Jugendpsychiatrische Institutsambulanz wenden, in der  eine umfangreiche Diagnostik und Beratung auch über weitere Behandlungsoptionen möglich ist. In einigen Fällen kann auch eine vollstationäre Behandlung die geeignete Behandlungsform sein. Dies ist in der Klinik für Kinder und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie in Bayreuth möglich.

Wie lange eine Behandlung dauert, ist unterschiedlich. Erfahrungsgemäß braucht es aber meist  mehrere  Monate um eine überdauernde Veränderung und Stabilisierung zu erreichen, sagt Stephanie Steinmann. In der Tagesklinik werden Kinder behandelt, die beispielsweise unter Aufmerksamkeitsstörungen leiden, oder Lernschwierigkeiten haben, Kinder die Essstörungen haben oder Depressionen, Kinder die in die Hose machen oder Ängste haben.

Und was ist mit der Schule?

Während der tagesklinischen Behandlung besuchen die Patienten die Klinikschule, die direkt neben der Tagesklinik liegt.  Die Klinikschule arbeitet wiederum eng mit der Stammschule zusammen, gerade um in den Kernfächern Anschluss an die Klasse zu halten. Ein einigen Fällen erfolgt in den letzten Wochen der Behandlung eine therapeutisch begleitete Schulrückführung, um den Kindern und Jugendlichen den Start in den schulischen Alltag zu erleichtern.

In der Tagesklinik für Kinder und Jugendliche in Hof gibt es zwölf Behandlungsplätze, es können Patienten im Alter von  fünf bis 17 Jahren behandelt werden.

Max ist inzwischen kein Patient der Tagesklinik mehr, wird aber noch von einem niedergelassenen Psychologen betreut. Zu Max' Schutz wurde der Name des Kindes verändert.

Kontakt:

Tagesklinik für Kinder und Jugendliche in Hof
Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie
Eppenreuther Str. 9a
95032 Hof
Telefon: (09281) 54002-0
Telefax: (09281) 54002-290
E-Mail: St-TKL-HofBKB@gebo-med.de

 

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