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Netzwerk Care4future: Schüler für die Pflege begeistern

Datum:Freitag, 04. Oktober 2019
Standort:Bezirkskrankenhaus Bayreuth
Fachbereich:alle Bereiche
Rubrik:Ausbildung

Mit der Auftaktveranstaltung im Neuen Rathaus der Stadt Bayreuth und der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung wurde es offiziell: Auf Initiative des Fachkräftemanagements der Stadt Bayreuth haben sich insgesamt sieben Unternehmen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen, zwei Pflegeschulen und drei allgemeinbildende Schulen zusammengeschlossen, um zukünftig das Projekt „care4future – Schülerinnen und Schüler für die Pflege begeistern" in Bayreuth umzusetzen.

Mit „care4future" startet in der Region Bayreuth ein Projekt, bei dem künftig Inhalte der Pflege- und Gesundheitsberufe stärker in die allgemeinbildenden Schulen einfließen und so die Berufsorientierung fördern sollen. Dass dies mehr denn je notwendig ist, zeigt der enorme Fachkräftemangel in allen Pflegeberufen.

Viele unbesetzte Stellen

Im vergangenen Jahr waren in deutschen Kliniken und Pflegeeinrichtungen über 40.000 Stellen nicht besetzt, wie die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit zeigt. In der Krankenpflege dauerte es im Schnitt 149 Tage, bis eine Vakanz besetzt wird, in der Altenpflege sogar 186 Tage. Gerade einmal 26 Bewerber oder Bewerberinnen kommen auf 100 offene Stellen. Zugleich wollen nur wenige junge Menschen einen Pflegeberuf ergreifen. Aktuell befinden sich 68.200 Männer und Frauen in einer Pflegeausbildung, dabei werden viel mehr benötigt. Die Zahl der Auszubildenden stagniert seit dem Jahr 2012 – der Bedarf wächst hingegen kontinuierlich. Wenn nun zum 1. Januar 2020 die generalistische Pflegeausbildung startet, ist zu erwarten, dass die Umstellung zunächst nochmals die Gewinnung von Nachwuchskräften erschwert.

Das ist das Ziel

Ziel von „care4future" ist es, den Schülerinnen und Schülern im Rahmen einer ganzheitlichen Berufsorientierung einen authentischen und individuellen Einblick in pflegerische Berufe zu ermöglichen und dabei theoretische sowie praktische Inhalte zu kombinieren. Um das gewährleisten zu können, übernehmen zum einen Auszubildende aus der Kranken- und Altenpflege die Gestaltung von Unterrichtseinheiten, was ein Lernen auf Augenhöhe ermöglicht. Zum anderen finden die Einheiten hauptsächlich in den Kranken- und Pflegeeinrichtungen selbst statt, wodurch die Schülerinnen und Schüler in unmittelbaren Kontakt mit dem pflegerischen Alltag treten. Neben der Etablierung von regelmäßigen Lerneinheiten zum Thema Pflege innerhalb eines Unterrichtsfachs, soll das Projekt beispielsweise auch in Form von Projekttagen oder Workshops umgesetzt werden, damit es jeder Schule ermöglicht wird, sich zu beteiligen. Ergänzt werden die Angebote um freiwillige Praktika und der Teilnahme an Erste-Hilfe-Kursen. Nach erfolgreicher Teilnahme an den

Lerneinheiten des „care4future"-Projekts erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Zertifikat für ihre Bewerbungsunterlagen.

Kooperation in der Region Bayreuth:

„care4future" ist ein von der contec GmbH aus Bochum entwickeltes Konzept, um Schülerinnen und Schülern durch praxisorientierte Schulprojektkurse gezielt für Pflegeberufe zu sensibilisieren und dabei gleichzeitig das Image der Pflege zu verbessern. Bereits in 60 Netzwerken deutschlandweit wurden hierzu auf regionaler Ebene allgemeinbildende Schulen mit Pflegeschulen und Unternehmen der Pflegebranche vernetzt. In Bayreuth haben sich die Mittelschule St. Georgen, das Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium Bayreuth, die Johannes-Kepler-Realschule, die Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe Bayreuth der bfz gGmbH, die Berufsfachschule für Krankenpflege am Bezirkskrankenhaus Bayreuth, das Bezirkskrankenhaus Bayreuth, die AWO Hausgemeinschaft für Menschen mit Demenz, das Alten- und Pflegeheim Mühlhofer Stift, die Caritas Sozialstation, das Caritas Alten- und Pflegeheim St. Martin, das Senioren-Stift am Glasenweiher, der BRK-Ruhesitz Bayreuth und das Fachkräftemanagement der Stadt Bayreuth sowie die Wirtschaftsförderungen von Stadt und Landkreis Bayreuth entschlossen, künftig zusammenzuarbeiten und das „care4future"-Konzept umzusetzen.

Die Projektumsetzung in der Region wird neben der Kooperation durch die Partnerinnen und Partner möglich durch eine Förderung des Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, Landesentwicklung und Energie.

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