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Myanmar zu Gast in Hochstadt

Datum:Mittwoch, 30. Oktober 2019
Standort:Bezirksklinik Hochstadt
Fachbereich:alle Bereiche
Rubrik:Veranstaltung

Eine Besuchergruppe der besonderen Art konnte jetzt in der Bezirksklinik Hochstadt begrüßt werden: Eine hochrangige Delegation aus dem südostasiatischen Myanmar informierte sich vor Ort über erfolgreiche Rehabilitationsmaßnahmen bei suchtkranken Menschen.

Zum Hintergrund: In Myanmar wurde erst vor kurzem eine neue Drogenkontrollstrategie eingeführt, die stärker als zuvor die Auswirkungen problematischen Drogenkonsums als ein Gesundheitsproblem und nicht allein als eins der Strafverfolgung anerkennt. Da das Drogenhilfesystem in Myanmar jedoch kaum ausgebaut ist, gibt es wenig Erfahrung in diesem Bereich. Die mitgereisten Parlamentäre, Staatsanwälte, Polizisten und Ärzte erhoffen sich von ihrem Besuch in Kliniken, Beratungsstellen, bei Selbsthilfegruppen, der Polizei und Justiz in Bayern wichtige Impulse für den Aufbau der heimischen Suchthilfe.

Standortleiter Bernhardt Gehringer gab zu Beginn einen Überblick über Klinik-Fakten wie zum Beispiel Historie, Bettenzahl und Aufenthaltsdauer. Sehr interessiert zeigten sich die Gäste an seinen Ausführungen zur Finanzierung und zu den notwenigen Verhandlungen mit den Kostenträgern sowie zur umfangreichen Dokumentation. Der gesamttherapeutische Leiter Maximilian Straif und Volker Schienagel vom Sozialpädagogischen Dienst gaben inhaltliche Einblicke in ihre Arbeit mit den Patienten in den unterschiedlichen Therapie-Abteilungen, bevor bei einem Rundgang durch die Klinik auch die Räume der Arbeitstherapie besichtigt wurden. Der erfahrene Schreinermeister Hans Siegmeth erläuterte an verschiedenen Beispielen, wie wichtig die Einbeziehung der Patienten in die verschiedensten Aufgabenbereiche innerhalb der Klinik ist.

Die Studienreise wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) organisiert. Die Entwicklungsorganisation bietet seit einigen Jahren Beratung und Erfahrungsaustausch für Staaten an, die in ihrer Drogenpolitik gesundheitsorientierte Ansätze nutzen wollen. Die Kooperation mit Myanmar besteht seit drei Jahren.

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