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Fußballer der Forensik kicken sich bundesweit auf den zweiten Platz

Datum:Donnerstag, 25. Oktober 2018
Standort:Bezirkskrankenhaus Bayreuth
Fachbereich:alle Bereiche
Rubrik:Forensik

Die Fußballmannschaft der Klinik für Forensische Psychiatrie am Bezirkskrankenhaus Bayreuth erkämpfte sich bei der Deutschen Fußballmeisterschaften der forensischen und psychiatrischen Kliniken den zweiten Platz. Sie mussten sich nur knapp gegen die Mannschaft aus Parsberg geschlagen geben.

Damit gerechnet hatten sie nicht – schon nicht, dass sie es überhaupt zur Deutschen Meisterschaft schaffen, und eigentlich auch nicht, dass sie bei dieser Meisterschaft auch noch aufs Siegertreppchen kommen. Gehofft und gekämpft haben sie allerdings. Und wie. Hakan, ein Patient der Forensischen Psychiatrie und ein Trainer der Mannschaft, sagt das. Ihm und den anderen Fußballern ist anzumerken, wie euphorisch sie dieser Sieg macht.

Ein langer Weg

Fußball gespielt wird in der Klinik für forensische Psychiatrie am Bezirkskrankenhaus Bayreuth schon lange, ebenfalls schon länger beteiligt sich immer eine Mannschaft an diesen Fußballmeisterschaften. Nur gewonnen wurde bisher noch nichts, gibt Sporttherapeut Birk Seliger grinsend zu. Und nur mit einem mindestens zweiten Platz bei den Bayerischen Meisterschaften darf man zur Deutschen Meisterschaft weiterfahren. Aber diesmal war es anders. Diesmal gelang es, zur Deutschen Meisterschaft zu fahren und sich dort auch noch auf den zweiten Platz zu kicken.

Den Job des Trainers der Fußballmannschaft übernehmen Patienten. So hat das Spiel gleichzeitig therapeutischen Charakter, erklärt Seliger. Die Patienten lernen Sozialkompetenz, sie müssen miteinander klar kommen, Ansagen machen und übernehmen, lernen, mit Frust umzugehen.  Für Seliger ist es ein Therapieauftrag: Es gilt, die Patienten dahingehend zu sensibilisieren, aus vielen Einzelspielern ein Team zu formen. Teil dieser Mannschaft zu sein, fördere das Selbstwertgefühl, die Patienten lernen außerdem, ihre Freizeit mit einer sinnvollen Tätigkeit zu füllen.

Mitspielen können nur Männer, die schon eine entsprechende Lockerung haben, die Klinik also auch schon einmal verlassen dürfen. Im Fall der Deutschen Meisterschaft war die Mannschaft zusammen mit den Sporttherapeuten drei Tage lang unterwegs.

 

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