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Beruf auf Probe: Bundesfreiwilligendienst am Bezirkskrankenhaus Bayreuth

Datum:Dienstag, 14. Mai 2019
Standort:Bezirkskrankenhaus Bayreuth
Fachbereich:alle Bereiche
Rubrik:Psychiatrie

Schule ist ein Ponyhof. Zu dieser Erkenntnis kommt, wer in den Beruf startet. Natürlich will man das als Schüler nie und nimmer wahrhaben. Ist ja auch anstrengend, das frühe Aufstehen, das dauernde Lernen. Aber wer von der Schule ins Berufsleben tritt, merkt spätestens dann, wie erholsam Schule im Vergleich ist. Diese Erfahrung machen gerade auch Ronja Gäck und Lea Bujdoso. Die beiden jungen Frauen leisten am Bezirkskrankenhaus Bayreuth gerade Bundesfreiwilligendienst.

Ronja Gäck, 18 Jahre, aus Bayreuth. Berufswunsch: Psychologin.

Lea Bujdoso, 18 Jahre, aus Bindlach. Berufswunsch: Irgendetwas mit Psyche.

Gewinn für beide Seiten

Beide eint, dass sie nicht einfach jahrelang studieren wollten, um erst dann festzustellen, dass die Arbeit, auf die sie hinstudiert hatten, dann doch nicht die richtige für sie sei. Also galt es, die Arbeit auszuprobieren. Ein Praktikum erschien ihnen dafür zu kurz. „Es dauert ja schon ein paar Wochen, bis man überhaupt irgendwo eingearbeitet ist", sagt Ronja Gäck, und wenn man wisse, wie es läuft, sei das Praktikum schon wieder vorbei. Arbeite man dagegen ein ganzes Jahr mit, wisse man wirklich, was auf einen zukommt. Ein Jahr lang Probe arbeiten – diese Möglichkeit bietet der Bundesfreiwilligendienst. Die beiden 18-Jährigen leisten ihn in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Bezirkskrankenhaus Bayreuth. Sie übernehmen hauswirtschaftliche Tätigkeiten auf den Stationen, kümmern sich um „Papierkram", wie es Ronja Gäck nennt, begleiten Patienten zu Terminen oder beschäftigen sich „auf menschlicher Ebene mit den Patienten", sagt Lea Bujdosoe. Bundesfreiwilligendienstler können im Bezirkskrankenhaus Bayreuth – außer in der Klinik für Forensische Psychiatrie – in allen Bereichen und auf allen Stationen eingesetzt werden, sagt Pflegedienstleiter Thilo Rosenkranz. „Sie entlasten uns total." Der Vorteil des Bundesfreiwilligendienstes sei, dass er eben nicht nur wenige Wochen dauert. Die jungen Männer und Frauen bekommen Vertrauen in ihre Aufgabe, arbeiten auch weitgehend selbstständig. „Das bringt denen etwas, weil sie ja Zugang zu dem Beruf finden wollen, und es bringt auch uns als Krankenhaus etwas, weil sie eine wirklich große Hilfe sind."

Die harte Realität

Ronja Gäck und Lea Bujdoso sind eingebunden in den Stationsalltag, in die Arbeit mit den Patienten, sie erleben, was es bedeutet, in einer psychiatrischen Klinik zu arbeiten. Sie erleben den Stress, die Verantwortung, sie erleben, wie geholfen werden kann und was es den Mitarbeitern in der Klinik geben kann, Menschen zu helfen und Menschen zu begleiten.

Es sei eine anstrengende Aufgabe, geben beide zu. „Die Arbeit hier schlaucht schon mehr und ist etwas völlig anderes, als es die Schule war." Am schlimmsten, findet Lea, sei der Schichtdienst. „Das will ich auf keinen Fall für immer", hat sie festgestellt.

Genau das ist es, was der Bundesfreiwilligendienst leisten kann: Ein intensives Hineinspüren in den Beruf und ein Testen, ob man für das, was man sich auf der Schulbank eingebildet hat, auch geeignet ist. „Wir haben in dieser Zeit am Bezirkskrankenhaus auf jeden Fall ganz viel Lebens- und Berufserfahrung gesammelt", schwärmen beide. Und ihre Berufsziele haben sich auch herauskristallisiert.

Ronja Gäck, 18 Jahre, aus Bayreuth. Berufswunsch: Architektin.

Lea Bujdoso, 18 Jahre, aus Bindlach. Berufswunsch: Sozialpädagogin.

Info: Die Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (GeBO), zu denen das Bezirkskrankenhaus Bayreuth gehört, bieten Praktika und Bundesfreiwilligendienst (sechs bis zwölf Monate) an. Wer Interesse hat, kann seine Bewerbung mit Angabe des Praktiumszeitraums, Lebenslauf und Zeugnis an folgende Adresse schicken: Bezirkskrankenhaus Bayreuth, Personalabteilung, Nordring 2, 95445 Bayreuth.

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