Endlich kommt der lang erwartete Renteneintritt. Ein toller Lebensabschnitt: keine beruflichen Verpflichtungen mehr; die Kinder sind aus dem Haus. Endlich kann das machen, wofür man nie richtig Zeit hatte. Auf der Agenda stehen neue oder längst vergessene Hobbys - für die meisten einfach ein wahr gewordener Traum. Obwohl dieser Lebensabschnitt mit Veränderungen und Verlusten verbunden ist, schaffen etwa 90 Prozent der Senioren sich anzupassen und genießen ihren Lebensabend.

Wie aber einst Joachim Fuchsberger meinte: „Alt werden ist nichts für Feiglinge", ist für einige das „alt werden" mit Ängsten und Sorgen verbunden. Die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit lassen nach.

Wenn die Bewältigungsstrategien nicht ausreichen, um die im Alter auftretenden Veränderungen und Verluste zu verkraften, kann es zu einer Depression kommen.

So merken Sie, dass Sie an einer Depression im Alter leiden:

Eine Depression im Alter unterscheidet sich merklich von einer Depression in jungen Jahren, erklärt Sandra Villagran, Oberärztin der Gerontopsychiatrie am Bezirkskrankenhaus Bayreuth. Senioren sind bei Depressionen häufig besonders gefährdet: Sie ziehen sich oft zurück; essen und trinken zu wenig und verlieren dadurch schnell an Kraft. Sie empfinden keine Freude, haben keine Perspektiven und kein Interesse mehr an den täglichen Aktivitäten, sie haben auch ein geringes Selbstwertgefühl. Oft weisen auch körperliche Beschwerden auf eine Depression hin: Unklarer Schwindel, Übelkeit, Bauch- oder Kopfschmerzen, Ängste, Schlafstörungen.

Die Symptome einer Depression im Alter können oftmals einer Demenz ähneln, da sich die Betroffenen oft nicht mehr richtig konzentrieren können und scheinen vergesslich zu sein. Eine Depression ist auch bei Senioren gut behandelbar - etwa mit Medikamenten oder einer Psychotherapie oder beidem.

Auslöser für eine Depression im Alter können genau die Dinge sein, die mit dem Alter nun einmal einhergehen: Die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit lassen nach, man verliert Freunde, Bekannte, vielleicht den Partner. Manchmal spielen ungeklärte Konflikte oder ein Rückblick in die Biographie eine Rolle. Wer damit nicht gut zurechtkommt, kann aus dem Gleichgewicht geraten und krank werden. „Wichtig ist, dass man lernt, das Älter-werden zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen, um auch im Alter eine gute Lebensqualität zu erreichen", sagt Oberärztin Sandra Villagran.

So können Sie die Veränderungen im Alter besser bewältigen:

  • Überlegen Sie sich schon vor dem Renteneintritt, was Sie dann mit Ihrer Zeit machen wollen. Entscheidend ist es, sich wohl und zufrieden zu fühlen.
  • Strukturieren Sie Ihren Tag.
  • Pflegen Sie soziale Kontakte. Sprechen Sie auch Freunde oder Bekannte an, zu denen der Kontakt eigentlich abgerissen war.
  • Suchen Sie sich Aktivitäten, die Ihnen Spaß machen und entdecken Sie neue Hobbys.

Falls Sie aber das Gefühl haben, dass nichts mehr hilft, um die Symptome einer Depression entgegen zu wirken, können Sie im Bezirkskrankenhaus Bayreuth Hilfe bekommen:

Ein multiprofessionelles Team auf der Alters-Psychotherapiestation bietet viele Therapien an:  Ergo- und Bewegungstherapie, Sport und Spiel, Rückenschule, Kraft und Balance, Humor-, Mal- und Musikgruppe, Kunsttherapie, Entspannung, Frühstücksgruppe, Außenaktivitäten, Info-Gruppe und natürlich Einzelgespräche mit Psychologen und Ärzten. Die Patienten werden aktiviert, damit sie wieder zu Hause leben können, gegebenenfalls mit ambulanten Hilfen. Medikamente sind auch Teil der Therapie. Bei Interesse ist es möglich, vor der Aufnahme einen Termin zu vereinbaren, um die Station und die Therapieangebote kennen zu lernen und so mögliche Angst vor dem Aufenthalt zu verlieren.  Eine Einweisung vom Hausarzt sollte man mitbringen.

Kontakt:

Bezirkskrankenhaus Bayreuth
Gerontopsychiatrisches Zentrum
Nordring 2
95445 Bayreuth

Ansprechpartner: Oberärztin Dipl. med. Sandra Villagran

Tel: (0921) 283-3004 (vormittags)

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